Kartierungsbüro Hintsche GmbH

Laufkäfer:

Laufkäfer bilden mit weltweit über 40.000 beschriebenen Arten eine der artenreichsten Käferfamilien. Auch in Deutschland kommen über 500 Arten vor. Wie alle Käfer gehören sie zu den holometabolen Insekten, die nach den Larvenstadien ein Puppenstadium durchlaufen, in dem eine vollständige Umstrukturierung des Körpers zum fortpflanzungsfähigen Imago-Stadium stattfindet. Die meisten Arten bei uns ernähren sich überwiegend oder vollständig räuberisch, weshalb sie auch im Gartenbau schon früh als nützliche Schädlingsbekämpfer erkannt wurden. Es existieren aber auch einige pflanzen- und samenfressende Arten.

Der Lederlaufkäfer ist mit rund
4 cm die größte in Deutschland
vorkommende Art (links).
 
Der Schwarze Grubenlaufkäfer
ist die einzige im Rahmen der
FFH-Richtlinie geschützte Art
(rechts)

Gefährdung und Kartierungsmethoden:

In Bayern sind 487 Arten bzgl. ihrer Gefährdung bewertet worden, davon gelten 31 als „ausgestorben oder verschollen“ und 58 Arten als „vom Aussterben bedroht“. Ebenfalls 58 Arten sind „stark gefährdet“ und 62 Arten „gefährdet„. 29 Arten sind „extrem selten“ und 70 Arten stehen auf der Vorwarnliste (potenziell gefährdet). Bei acht Arten ist das Gefährdungsmaß nicht ausreichend bekannt und bei elf Arten fehlt eine ausreichende Datengrundlage. Lediglich 160 Arten gelten als nicht gefährdet.

In den Anhängen der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie ist allerdings nur der Schwarze Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus nodulosus) gelistet.

Für Kartierungen werden gerne Bodenfallen eingegraben. Gerade bei flugunfähigen Arten können dies sehr gut Lebendfallen ohne Konservierungsflüssigkeit sein. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Suche unter natürlichen Verstecken wie Holz und Steinen. Zur Erleichterung können auch künstliche Verstecke ausgebracht und regelmäßig kontrolliert werden.

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